Remix Barack Obama

Screenshot Obama Flickr: http://flickr.com/photos/barackobamadotcom/sets/72157608716313371/ CC Licence: BY-NC-SA

Es gibt Politiker, die fordern eine Politik 2.0, wie z.B David McAllister von der CDU im Interview mit dem Deutschlandfunk. Und Hubertus Heil, Generalsekretär des SPD „twitterte“ schon fleißig vom Nominierungsparteitag der US-Demokraten im August dieses Jahres. Der neue „obamistische“ Wahlkampf, beispielsweise über soziale Netzwerke wie Facebook (2 Millionen Freunde) oder das Sammeln von Kleinspenden über einen Paypal-Account, ist wahrscheinlich einer der Gründe, dass der 44. Präsident der Vereinigten Staaten Barack Obama heißt. Das kann man als ebenso historisch ansehen, wie den Punkt, dass ein Schwarzer zum amerikanischen Präsidenten gewählt wurde.

Allerdings sollte man beim Wahlkampf 2.0, genauso wie beim unreflektierten Feiern dieses Mannes, das auch gerade im Web stattfindet, negative Kehrseiten suchen und betrachten. Die riesige Datenbank mit Emailadressen, den Einblick in die Profile von Millionen jungen Menschen bei Facebook oder die vielen Blogger, die kritische Öffentlichkeit darstellen sollten, aber von der PR-Maschine einer Obama-Kampagne überfordert sind (so wie auch viele Journalisten bei sogenannten Leitmedien) und freiwillig seine politischen Ansichten verbreiten, anstatt zu hinterfragen. Den medialen Einfluss den sich der nächste amerikanische Präsident damit geschaffen hat, ist enorm.

Hoffen wir, dass die „Macht“ des Webs sich kritisch zeigen wird, wenn die ersten, und die wird es geben, unbeliebteren Entscheidungen gefällt werden. Ein Medium das über so viel Macht verfügt wie das Netz, muss sich auch gegen den wenden können, der es für seine Zwecke einzusetzen wusste.

Und so kann ein Mittel, dass Obama jetzt noch als Werbung für sich benutzt, insbesondere für die „Vermenschlichung“ und Stilisierung seiner Bürgernähe, auch ein Instrument werden, das der kritischen Öffentlichkeit 2.0 die Berichterstattung und Meinungsbildung erleichtert. Denn die Veröffentlichung von Bildern aus der Wahlkampfnacht unter einer Creative Commons Lizenz und somit dem Einverständnis zum Remixen dieser, wird auf der einen Seite seine Popularität in der Webgemeinde verstärken, aber auch diese Art der Lizensierung von Inhalten bekannter machen und damit näher in den Fokus des öffentlichen Interesses rücken. Vor allem aber gibt Obama damit den Usern eine rechtliche Sicherheit, sich kritisch, satirisch und so auch frei mit seiner visuellen Präsenz, in Web und Welt, auseinander zu setzen.

Noch mehr? Wie wär's hiermit:

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