Neues Altes von Dharmasound


[Foto: cc dharmasound]

Der Volksmund sagt: Alle guten Dinge sind drei. Nun weiß ja niemand so genau, ob dem Volksmund noch über den Weg zu trauen ist. Schließlich hat er schon das ein oder andere Mal gehörig daneben gelegen. Es gibt allerdings begründete Annahmen, daß er jetzt ausnahmsweise Recht behalten könnte. Das italienische Netlabel Dharmasound hat nämlich in der vergangenen Woche mit Absolute Balance eine Kompilation der besten Veröffentlichungen des Hauses aus dem Jahr 2007 herausgebracht und das ist mal ein echter Dreiteiler geworden. Man hat sich dafür die drei Kategorien heart, mind und unveiled zurechtgelegt. Unter heart fällt all die Musik, die mit mehr oder weniger “echten” bzw. klassischen Instrumenten geschaffen wurde, mind schließt alles das ein, was dem Genre der elektronischen Musik zuzuordnen ist und unveiled ist im Grunde genommen beides, nur eben, wie der Name den im englischen versierten Zeitgenossen schon verrät, unverschleiert oder in diesem Fall unveröffentlicht.

Aber mal ernsthaft: Diese Kategorien sind nichts weiter als ein billiger Versuch sich in Bescheidenheit zu sonnen, denn in Wirklichkeit hat die Kompilation 19 Songs und 19 verschiedene Genres zu bieten. Loß geht es mit einem loungingen Remix von Fabrykas Handful Of Dust, für den das Duo Musetta verantortlich ist. Hinterher gibt es drei Minuten Klavierspiel, direkt danach Rock, dann wieder sanfte Popmusik. Alles ist vorhanden, nur keine sanften Übergänge. Selbst wenn gegen Ende alles etwas elektronischer daherkommt, werden Momente, in denen man sich gerade beruhigt zurückgelehnt hat, unterbrochen von Krachorgien, wie zum Beispiel Franz Rosatis Outop. Ein wenig abgebrüht muß man schon sein, um hier über alles locker drüberzuhören. Aber was sollte Dharmasound auch anders machen? Das muß ja alles so schroff sein. Schließlich stellt sich das Label damit vor. Wer viel hat, sollte viel zeigen. Ist doch klar. Die Bescheidenheit kann nach Hause gehen.

Die jetzt zum Teil angedippten 19 Stilrichtungen sind dann letztlich auch diejenigen, die Dharmasound auszeichnen. Man lebt dort von der Vielfalt. Leider findet dieses großartige Label noch viel zu wenig Beachtung, aber das kann sich ja alles ändern. Genau wie der alte Spruch vom Volksmund, daß alle guten Dinge drei seien. Manchmal sind es dann eben doch 19 Dinge oder sogar nur ein einziges Ding. In diesem Fall heißt es Absolute Balance.

Übrigens, wer die jazzigen Songs dieser Kompilation gerne einmal eingebettet in anderen Jazz hören möchte, sollte sich am 10.02. einmal den Jazzabend auf Hertz 87,9 anhören.

3 Kommentare für “Neues Altes von Dharmasound”

  1. Danke für ihr support zu dharmasound!!

    Beste Grüße
    Luca

  2. @ Luca

    prego! ;-)

  3. vielleicht darf ich an dieser stelle noch auf das interview mit dharmasound auf phlow-magazine.com hinweisen.

    http://phlow-magazine.com/?p=325

    da erzählt Gianluigi Cocco ein wenig über das treiben um und hinter dem netlabel.

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