Auf dem Weg ins All
Copenhagen Suborbitals Video bei Youtube
Es ist erstaunlich wie viele selbstorganisierte Raumfahrtprogramme es derzeit gibt. Während die Ära der Space Shuttles nun auch offiziell beendet ist und die gute alte Discovery nach ihrem letzten Ehrenflug über Washington nun endgültig ins Museum kommt, schießen weltweit selbstorganisierte und in Eigenregie umgesetzte Raketen- Satelliten- und Raumfahrtprogramme geradezu wie Pilze aus dem Boden. Den Anfang machte die Radio Amateur Satellite Corporation bereits in den späten 60er Jahren – ein Zusammenschluß von mittlerweile 6000 internationalen Ingenieuren, Technikern, Wissenschaftlern, Studenten, Funkamateuren und Raumfahrtenthusiasten, die laut Selbstbeschreibung in ihrer Freizeit Satelliten planen, entwickeln, bauen, betreiben und nutzen.
Ähnlich engagiert, wenn auch mit eher künstlerischem Anspruch, verfolgt der Koreaner Hojun Song den Wunsch ins All zu fliegen. Mit seiner Open Source Satellite Initiative arbeitet er an einem Mini-Satelliten, der noch in diesem Jahr für jedermann frei nutzbar in die Erdumlaufbahn geschickt werden soll.
So far, almost all space programs were led by goverment or military. And very little were initiated by amateur group like AMSAT. Individual fantasies were used and fostered by institutions. It’s time to have a private connection between you and universe. Open Source satellite Initiative shows a way to do it.
Frei nach dem Motto “Hell yeah, it’s rocket science” will das aus Berlin koordinierte Team der Part-Time-Scientists in den nächsten Jahren den Mond erobern. Das Team der mittlerweile 70 Kopf starken international aufgestellen Gruppe arbeitet seit Juni 2009 an der Entwicklung und Fertigung der Komponenten für eine unbemannte Mondmission und nimmt mit dem Projekt an dem von Google initiierten Lunar X Prize teil.
Der Missionsplan sieht vor, dass Rover und Lander von einem privaten Raumfahrtanbieter in den Low Earth Orbit (LEO) transportieren werden, von wo aus der Lander eigenständig weiterfliegen und schließlich den Rover auf der Mondoberfläche absetzen wird. Von dort aus wird Asimov Jr. dann Bilder und Videosequenzen in HD-Qualität zur Erde senden; außerdem – und dies war zu Apollo-Zeiten noch nicht möglich – wird er die erste SMS und die erste E-Mail vom Erdtrabanten aus verschicken.
Nicht ganz so weit ins All will der Däne Kristian von Bengtson mit seinem Team der Copenhagen Suborbitals. Ihm genügt schon ein suborbitaler Flug. Der soll allerdings bemannt sein, im besten Fall wird er persönlich in der selbstgebauten Raumkapsel sitzen. Nach einem erfolgreichen Start eines Raketenprototyps im vergangenen Jahr sollen in diesem Sommer gleich mehrere Teststarts erfolgen. Dafür wird ein entsprechender Katamaran demnächst auf die dänische Ostsee befördert. Von dort soll die mit einem Dummy ausgestattete Rakete in den Himmel steigen.
Our mission is very simple. We are working towards launching a human being into space. This is a non-profit suborbital space endeavour founded and led by Kristian von Bengtson and Peter Madsen, based entirely on sponsors, private donators and part time specialists. Since May 2008 we have been working full time to reach our goal of launching ourselves into space and to show the world that human space flight is possible without major government budgets and administration.
Aus einer Kombination dieser meist Open Source basierten Ideen und Technologien will eine beim Chaos Communication Camp entstandene Gruppe (Hackers in Space) sogar ein eigenes Satelliten-Netz im All platzieren, das die Grundlage für ein freies, für jedermann weltweit zugängliches Internet sein soll.
We propose a three phase Hacker Space program we feel can be accomplished in the next 23 years. Phase one is the launch of an open, free and globally accessible sattelite-based network built by hackers as the ultimate defense against terrestrial censorship of the Internet.
Bis 2034 soll demnach sogar der erste Hacker auf dem Mond wandern. Wenn auch nur die Hälfte dieser Vorhaben umgesetzt werden kann, wäre es eine Sensation. In diesem Sinne: Per aspera ad astra!
